Der Atem, Performance

«Die Musiker atmen tief ein und repetieren bestimmte Töne so lange, wie der Atem bequem trägt.»
– Steve Reich

Atem als eine wichtige Determinante für den musikalischen Prozess. Die mit dem M418M-Raster visualisierte Lunge wird zu Section 4 auf den Körper projiziert. Die Atemfrequenzen werden zufällig gewählt, liegen aber innerhalb der angegebenen Parameter der Partitur.

Die kleinen Verschiebungen im Timing der Instrumente zueinander, die Repetitionen, sich nur langsam durch kleine Akzentverschiebungen in ein neues Pattern morphend, geben dem Stück seinen wunderschönen prozesshaften Charakter. Die bereits aufgezeigte Verknüpfung des Inhalts und der Form dieses Stücks und die Einbindung in den weiteren Raum machen auch den fraktalen Charakter des Stücks sichtbar. Wichtig für das Verständnis der Komposition ist, dass grundlegend auf einen aussenstehenden Dirigenten verzichtet wird. Dieser wird durch Signale der Musiker untereinander ersetzt. Verschiedene Variablen in diesem Geflecht, wie zum Beispiel die Atemkapazität der Musiker, bestimmen den genauen Ablauf des Prozesses. Das Stück kann sich also jede Aufführung oder mit jedem anderen Musiker leicht anders entwickeln.

Der Atem, Installation

Dem ideomotorischen Effekt zufolge bewegen wir uns in einem Takt oder gemäss einer Bewegung, die wir registrieren. Die Tendenz zur Ausführung der gesehenen Bewegung erfahren die Besuchenden dieser Installation, wenn sie im Spiegel die Lunge auf ihre Brust projiziert sehen.